Allgemeine Fragen

Was versteht man unter chinesischer Medizin?

Die chinesische Medizin basiert nicht nur auf die weitgehend bekannte Akupunktur, sondern besteht noch aus vier weiteren Therapieverfahren. Es gehören neben der Akupunktur, die Diätetik (chinesische Ernährungslehre), Qi Gong (chinesische Bewegungslehre mit ihrer effizienten Atemtechnik), die chinesische Arzneimittellehre (Pflanzenheilkunde) und die Tuina-Massage dazu. Alle 5 Therapiearten zielen darauf ab, die Lebensenergie auszugleichen bzw. zu erhalten.

Was ist Akupunktur?

Ursprünglich wurde die Akupunktur zur Erhaltung der Gesundheit eingesetzt. Sie beschäftigt sich nicht nur mit dem Körper des Menschen, sondern bindet ihn ein in seinen Geist und die Natur, d.h. der Mensch wird ganzheitlich betrachtet. Bei der Entstehung von Erkrankungen spielen unsere Gefühle, der Einfluss von klimatischen Faktoren (Wind, Kälte, Hitze usw.) und die Ernährung eine wichtige Rolle. Die Akupunktur beruht auf das Gleichgewicht von Yin / Yang und dem freien fließen von Qi. In unserer westlichen Denkweise erscheinen diese Dinge eher befremdend, sie sind aber entscheidend für die Behandlung.

Nach eingehender Diagnostik werden an spezifischen Stellen des Körpers sterile hauchdünne Nadeln gesetzt und mit einem sanften Nadelreiz stimuliert. Organe bzw. Organbereiche, die mit den jeweiligen zugeordneten Akupunkturpunkten in Verbindung stehen, werden zur Selbstheilung angeregt. Sie kann aber nur dort Heilung bringen, wo Strukturen noch nicht komplett zerstört sind.

Gibt es Nebenwirkungen in der Akupunktur?

Bei fachgerechter Anwendung ist die Akupunktur so gut wie nebenwirkungsfrei. Gelegentlich können Hämatome (blaue Flecken) auftreten. Weiterhin kann es lokal zu einem leichten Einstichschmerz kommen oder zu einer vorübergehenden Hautrötung. Bei längerem Liegen kann es zu Müdigkeitserscheinungen kommen.

Wünschenswert ist allerdings, dass sich beim Nadeln ein drückendes, elektrisierend, wärmendes, kribbelndes oder schweres Gefühl einstellt. In der Akupunktur nennt man diese Empfindungen De-Qi-Gefühl („Ankommen des Qi“). Ihm wird eine besondere Wirksamkeit nachgesagt.

Nebenwirkungen
siehe auch klassische Akupunktur

Welche Kontraindikationen gibt es für die Akupunktur?

Das allgemeine Risiko für eine Akupunkturbehandlung ist im Allgemeinen als eher gering einzustufen. Trotzdem sollte bei einigen Personengruppen die Akupunktur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bzw. abgeraten werden.

Schwere psychische Störungen (z.B. Schizophrenie, Wahn, schwere Angstpsychosen) gelten als Kontraindikation in der Akupunktur.

Epileptiker sollten nur unter Risiko-/Nutzenabwägung mit Akupunktur behandelt werden, wegen der Gefahr der Auslösung eines epileptischen Anfalls.

Eine Schwangerschaft sollte vor der ersten Akupunkturbehandlung unbedingt angegeben werden, da einige wenige Akupunkturpunkte nicht dafür geeignet sind.

Bei Einnahme blutverdünnender Mittel (z.B. Macumar) kann die Akupunktur in der Regel durchgeführt werden. Sie sollten mich trotzdem darüber informieren.

Was für Nadeln werden verwendet?

In meiner Praxis kommen ausschließlich sterile Einmal-Stahlnadeln zum Einsatz. Die Übertragung von Krankheiten ist hierdurch ausgeschlossen. Es werden verschiedene Nadelgrößen (Dicke, Länge) verwendet, kurze, sehr dünne Nadeln (teilweise mit Führungsröhrchen) für empfindliche Körperbereiche, vor allem für den Gesichtsbereich oder bei Menschen mit Angst vor Nadeln. Des Weiteren kommen lange Nadeln (aber nicht ausschließlich)für die Behandlung mit der Akupunktur nach Master Tung und bei tieferen Muskelsträngen, vor allem im Gesäßbereich, zum Einsatz.

Was ist, wenn große Angst vor Nadeln besteht?

Es gibt die Möglichkeit, sehr dünne Nadeln mit Führungsröhrchen zu benutzen (der Einstich ist kaum spürbar). Die Anzahl der Nadeln können ebenfalls vereinbart werden. Wenn der Patient dies toleriert, können weitere Nadeln eingesetzt werden. Die Angst vor Nadeln wird in vielen Fällen reduziert. Es ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Sprechen Sie mich einfach darauf an. Wir werden die optimalste Lösung für Sie finden.

Wie lange verbleiben die Nadeln im Körper?

Je nach Akupunkturschule unterschiedlich. In der klassischen Akupunktur und der Ohrakupunktur verbleiben die Nadeln im Durchschnitt ca. 20-30 min im Körper bzw. Ohr.

Kann es in der Akupunktur zu einer sogenannten "Erstverschlimmerung" kommen?

In der Regel ist keine Erstverschlimmerung auf die Behandlung mit Akupunktur zu erwarten. Durch den aufgenommenen Nadelreiz kann aber eine Reaktivierung des Krankheitsprozesses dazu führen (muss aber nicht), dass sich im Laufe der ersten 2-3 Behandlungen eine kurzzeitige Verschlechterung einstellt. Diese ist aber nur von vorübergehender Dauer, ähnlich der Erstverschlimmerung in der Homöopathie.

Wie oft muss behandelt werden?

Je nachdem wie lange eine Erkrankung besteht (akut oder chronisch), werden durchschnittlich zwischen 3 – 10 Behandlungen veranschlagt. Akute Erkrankungen benötigen weniger Sitzungen, dafür aber meist kürzere Behandlungsabstände, chronische mehr Sitzungen. Bestehen Beschwerden ausgesprochen lange (mehrere Jahre/Jahrzehnte), ist eine längere Behandlungsdauer sinnvoll. Unter Umständen kann dies mehrere Akupunkturzyklen (ein Akupunkturzyklus umfasst bei chronischen Erkrankungen ca. 10 Sitzungen) beinhalten. Häufig zeigt sich schon nach den ersten Behandlungen eine Veränderung der Erkrankung bzw. Befindlichkeit. Es kann auch eine Auffrischung der Akupunktur nach mehreren Monaten erforderlich werden, gerade bei sehr ausgeprägten langen chronischen Erkrankungen. Eine Sitzung dauert ca. zwischen 45 - 60 min (inkl. Folgeanamnese, Puls-Zungendiagnose und Ruhezeiten).

Wie lange hält der Therapieerfolg an?

In aller Regel hält der Erfolg der Akupunktur lange an bzw. für immer, wenn die Ursache der Erkrankung weitgehend oder ganz beseitigt werden konnte (z.B. Stressabbau, gesunde Ernährungsweise). Werden die Auslöser nicht behandelt, kann es zum Wiederauftreten der Erkrankung kommen. Es geht also nicht ohne Ihre Mitarbeit. Bei irreversiblen Schäden oder unverändert weiter bestehenden Krankheitsauslösern (die nicht behoben werden können), sollte bei Rückkehr der Beschwerden eine Auffrischung der Akupunktur erfolgen.

Ist der Glaube an die Akupunkturwirkung Voraussetzung?

Die Akupunktur ist eine mindestens 2000 Jahre alte Erfahrungsheilkunde und beruht auf komplexen Wechselwirkungen zwischen Nadel, Muskelzonen und inneren Organen. Sie hat mit dem Glauben oder der Einbildung nichts zu tun. Selbst Tiere sprechen sehr gut auf Akupunktur an.

Eine positive Einstellung des Patienten gegenüber der Akupunktur ist allerdings wichtig und sollte nicht unterschätzt werden, denn hierdurch kann der Behandlungserfolg noch besser unterstützt werden.

Welche Erkrankungen können mit Akupunktur behandelt werden?

Welche Erkrankungen können mit Akupunktur behandelt werden? Prinzipiell behandelt die klassische Akupunktur den ganzen Menschen. Ob Akupunktur als alleinige Therapie oder als unterstützende Maßnahme zur schulmedizinischen Behandlung geeignet ist, bespreche ich mit jedem Patienten persönlich.

  • Beispiele von Indikationen für Akupunkturbehandlungen:
  • -  akute und chronische Schmerzen des Bewegungsapparates
  • -  Migräne und Spannungskopfschmerzen
  • -  Allergien (z.B. Heuschnupfen)
  • -  Erkrankungen des Magen - Darmtraktes, z.B. Colitis ulcerosa,
  •    Morbus Crohn
  • -  Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus)
  • -  Erkrankungen des Atmungssystems (z.B. Asthma)
  • -  Gynäkologische Störungen
  • -  Herz- und Kreislauferkrankungen
  • -  Befindlichkeitsstörungen
  • -  Schlafstörungen
  • -  Konzentrationsstörungen
  • -  Prüfungsangst
  •    u.W.
Was sollte man vor, während und nach der Akupunkturbehandlung beachten und wie kann man den Behandlungserfolg unterstützen?

Um die Akupunkturbehandlung optimal zu unterstützen und die eingeleiteten Prozesse nicht zu stören, sollten ein paar Regeln vor, während und nach der Behandlung beachtet werden:

  • Bei Angst vor Akupunktur sprechen Sie mich bitte an, wir werden die optimale Lösung für Ihre Bedürfnisse finden.

  • Eine Schwangerschaft sollte angegeben werden, da einige wenige Akupunkturpunkte für eine bestehende Schwangerschaft nicht geeignet sind.

  • Ebenfalls sollten Sie mir Bescheid geben, wenn Sie an Blutgerinnungsstörungen leiden oder gerinnungshemmende Medikamente einnehmen.

  • Bitte vor der Behandlung (falls nötig) die Blase entleeren.

  • Bitte nicht ganz mit leerem Magen zur Sitzung kommen, aber große, schwere Mahlzeiten sollten unmittelbar vor oder nach der Behandlung vermieden werden.

  • Nicht unter massivem Zeitdruck in die Akupunkturbehandlung gehen.

  • Bei Menstruationsbeschwerden sollte mit der Behandlung ca. 8-10 Tage vor Einsetzen der Regelblutung begonnen werden.

  • Bitte am Behandlungstag keine Zunge bürsten, da es die Zungendiagnostik verfälscht.

  • Während der Behandlung sollen Sie darauf achten, dass sie entspannt liegen, da bei verkrampfter Körperhaltung die Wirkung der Akupunktur gestört werden kann.

  • Vermeiden Sie bitte am Behandlungstag Alkohol.

  • Bitte keine körperlichen Überanstrengungen am Behandlungstag.

  • Während der Akupunkturbehandlung bitte keine stärkeren Bewegungen ausführen, damit sich die Nadel im Gewebe nicht verschiebt und Schmerzen verursacht. Kleinere Bewegungen sind kein Problem.

  • Bei der speziellen Tung-Akupunktur werde ich Ihnen sagen, wann und wie Sie sich bei gesetzten Akupunkturnadeln bewegen sollen.

  • Eine Ruheperiode im Anschluss an eine Akupunktursitzung von ca. 30 min wäre ideal. Auch ein kleiner Spaziergang unterstützt die Wirkung der in der Behandlung gesetzten Reize.

  • Trinken Sie nach der Behandlung ausreichend Wasser oder Kräutertees.
  • Um den Heilungserfolg bestmöglich zu verfolgen, wäre es von Vorteil, auf Veränderungen des Körpers zu achten (Schlafbedürfnis, Appetit, Schweiß, Stuhl, Gemütszustand).

Für Ihren Behandlungserfolg wäre es von großem Vorteil Eigeninitiative und Mitarbeit einzubringen, um schädliche Einflüsse und Verhaltensweisen zu korrigieren. Nur so können Sie davon ausgehen, einen bestehenden Heilerfolg auch langfristig zu gewährleisten.