Spezifische Fragen

Was versteht man unter Qi und welche Bedeutung hat es in der Akupunktur?

Qi kann sowohl als physiologischer (stofflicher) oder als energetischer (geistiger) Aspekt auftreten. So bezeichnet Qi auch die Emotionen des Menschen, geht aber weit über diese relativ einfachen Erklärungen hinaus. Qi ist das Fundament unseres Lebens. Wir benötigen es, um alle Körperfunktionen aufrechtzuerhalten.

  • Qi ist verantwortlich für das:

  • Transportieren:
  • -  von Flüssigkeiten durch den Organismus
  • -  der Nahrung durch den Verdauungstrakt
  • -  des Blutes

  • Transformieren
  • -  Qi tritt in den verschiedensten Formen auf. Alle Lebensvorgänge
       können auf das ständige Wandeln von Qi (Zeugung, Geburt,
       Entwicklung, Tod) zurückgeführt werden.

  • Schützen
  • -  schützt die Körperoberfläche vor pathogenen Faktoren wie Hitze,
       Kälte, Feuchtigkeit, Trockenheit und Wind

  • Wärmen
  • -  wärmt den Körper und die inneren Organe

  • Kontrollieren
  • -  hält das Blut in den Gefäßen
  • -  kontrolliert Urin- und Stuhlabgang
  • -  kontrolliert das Schwitzen und somit die Körpertemperatur

  • Nähren
  • -  nährt den gesamten Körper und regt die Blutbildung an

Was versteht man unter Blut (chin. Xue)?

Der Begriff „Blut“ wird in der chinesischen Medizin viel weiter gefasst, als in der Schulmedizin. Nach chinesischer Auffassung sind an der Blutbildung die Milz und die Nieren beteiligt, die Dynamik des Herzens bewegt das Blut und die Leber speichert das Blut.

  • Blut (Xue) in der Chinesischen Medizin
  • -  zirkuliert in den Blutgefäßen und Meridianen
  • -  Blut und Qi sind eng miteinander verbunden und
       halten sich im Gleichgewicht
  • -  ernährt alle Organe und Körpergewebe
  • -  Blut ergänzt die nährende Wirkung von Qi
  • -  befeuchtet alle Organe und Körpergewebe und
       verhindert deren Austrocknung
  • -  bildet die substanziellen Eigenschaften für den Geist (Shen),
        d.h. guter Schlaf, Ruhe und Harmonie des Geistes,
       funktionstüchtiges Gedächtnis

Was versteht man unter Yin und Yang?

Alle Dinge verkörpern einen Yin- und einen Yang-Aspekt. Es gibt nichts, was nur Yin oder nur Yang ist.

Yin und Yang sind voneinander abhängig und bringen einander hervor. Yin kann nur durch Yang entstehen und umgekehrt, denn sie definieren sich gegenseitig.

Yin und Yang sind gegensätzlich, aber trotzdem eine Einheit. Sie entsprechen nicht dem Absoluten, sondern alles ist relativ zueinander, d.h., für die jeweilige Zuordnung ist der jeweilige Standpunkt entscheidend.

Yin und Yang kontrollieren sich gegenseitig, sodass beide im ausgeglichenen Verhältnis stehen, sie sind ausbalanciert.

Yin und Yang wandeln sich ineinander um. Es findet ein kontinuierlicher Polaritätswandel statt.

Nach der chinesischen Medizin entstehen Beschwerden dann, wenn der Fluss des Qi im Körper blockiert ist und somit die beiden polaren Kräfte Yin und Yang aus dem Gleichgewicht geraten sind.

Disharmoniemuster können entweder als Yin- oder als Yang-Zustände angesehen werden. Eine Erkrankung kann mehr das Yang betreffen, wenn es überwiegt und sich so krankhaft auf das Yin auswirken. Umgekehrt kann sich ein Überwiegen des Yin auf das Yang auswirken, d.h., Yin reagiert auf Veränderungen von Yang und umgekehrt.

Da es keinen starren Zustand gibt, wird immer auf etwas Veränderliches Einfluss genommen und somit ist die Akupunktur eine Therapie des energetischen Ausgleichs. Das Gleichgewicht zwischen Yin und Yang wird wiederhergestellt bzw. erhalten, hierdurch letztendlich der freie Qi-Fluss gewährleistet.

Was versteht man unter Shen?

Shen wird in der Regel mit „Geist“ übersetzt und bezieht sich auf unser geistiges Wesen. Es verkörpert u.a. Gedanken, Emotionen, Bewusstsein, Inspiration, Kreativität, Verstand, Empathie.

Shen ist in der chinesischen Medizin ein integraler Bestandteil unserer Gesundheit und unseres Wohlbefindens.

Disharmonien von Shen werden vor allem durch übermäßige Emotionen induziert. Sie zeigen sich vor allem in chronischer Unruhe, glanzlosen Augen, Schlaflosigkeit, Vergesslichkeit, Angst, Depressionen.

Was versteht man unter Meridiane?

Nach Auffassung der chinesischen Medizin sind Meridiane Leitbahnen, die den gesamten Körper durchziehen. Es gibt zwölf Hauptmeridiane, die jeweils nach den jeweiligen Organen benannt sind. Sie sind symmetrisch auf beiden Körperseiten paarig angeordnet. Es kommen weiterhin die acht unpaarigen Sondermeridiane hinzu, 12 Leitbahnzweige, 12 Muskel- und 15 Netzleitbahnen.

  • Die Hauptmeridiane
  • -  sind Verbindungswege für Qi und Xue (Blut)
  • -  regulieren den Qi- und Xue-Fluss
  • -  verbinden die Oberfläche mit dem Inneren
  • -  haben Einfluss auf die Funktionskreise

  • Die 8 Sondermeridiane
  • -  verbinden und beherrschen die Hauptmeridiane
  • -  bei Mangel oder Überschuss von Qi und Blut dienen sie
       als sog. Ausgleichsreservoir

Was versteht man unter pathogenen Faktoren?

Es wird unterschieden zwischen den pathogenen (krankmachenden) klimatischen Faktoren, den pathogenen (krankmachenden) emotionalen Faktoren und der Lebensweise. An und für sich sind die klimatischen und emotionalen Faktoren normale Lebensvorgänge, wenn allerdings die eigentlich nicht krankhaften Faktoren übermäßig in Erscheinung treten, führen sie zu Störungen im Körper und rufen bestimmte Reaktionen hervor. Es können mehrere pathogene Faktoren zusammen auftreten, wie beispielsweise Wind/Kälte, Feuchte/Hitze.

Sie werden wie folgt eingeteilt:

  • Klimatische Faktoren:

  • Wind (feng) – äußerer Wind / innerer Wind
  • -  Windschmerz ist wandernd, tritt plötzlich auf und
       verschwindet ebenso plötzlich wie er gekommen ist
  • -  er zeichnet sich durch raschen Beginn und raschen Wechsel aus

  • Äußerer Wind:
  • -  kann sich zeigen in: Abneigung gegen Wind,
       Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit/-schmerzen, großer Unruhe,
       Husten, Niesen, ständig wechselnden Gelenkschmerzen, Jucken
       usw.

  • Innerer Wind:
  • -  kann sich zeigen in: Kribbeln, Migräne, Krämpfen, Schwindel,
       Schlaganfall, Ticks, Lähmung, unkontrollierten Bewegungen

  • Hitze (rè - Hitze / huǒ - Feuer)
  • -  bedeutet Überdynamisierung, übersteigerte Aktivität
  • -  Feuer ist die gesteigerte Form von Hitze
  • -  hat die Tendenz aufzusteigen, tritt meist im oberen Teil
       des Körpers auf
  • -  Beschleunigung der Lebensvorgänge
  • -  im inneren des Körpers produzierter pathogener
       (krankmachender) Faktor
  • -  führt zu großen Säfteverlusten
  • -  kann sich zeigen in: Abneigung gegen Wärme, hohem Fieber,
       starkem Durst, exzessivem Schweiß, sehr schnellem Puls,
       Juckreiz meist in Verbindung mit Brennen, geröteten Läsionen
       und Schwellungen, Ruhelosigkeit, Schlaflosigkeit. Körpersäfte
       trocknen aus, vor allem bei der Entehrung von Feuer können
       innere Blutungen auftreten

  • Sommer-Hitze (shu)
  • -  tritt nur im Sommer auf
  • -  kommt ausschließlich als äußeres Pathogen vor
  • -  entsteht aus Feuer und Hitze, trocknet somit die Körpersäfte aus
  • -  kann sich zeigen in: hohem Fieber, schnellem Puls, gerötetem
       Gesicht, starker Nervosität, starker Schweißbildung, großem
       Durst, trockenen Lippen, wenig dunklem Urin, bei extremer Hitze
       auch Hitzschlag usw.

  • Feuchtigkeit (shī dù)
  • -  kann von außen (feuchtes Wetter, feuchte Wohnung usw.)
       oder von innen kommen (Fehlfunktion von Milz/Magen)
  • -  Feuchtigkeit ist schwer, trüb und sinkt deshalb nach unten
  • -  kann sich zeigen in: allgemeinem Schweregefühl, verschleimten
       Atemwegen, trübem Urin, Durchfall, Wassereinlagerungen im
       Gewebe (Ödeme), Schmerzen, Taubheitsgefühl, Schweregefühl
       in den Gelenken

  • Trockenheit (zào)
  • -  kann von außen (trockenes Wetter) oder von Innen kommen
       (z.B. wenn Hitze die Körpersäfte austrocknet z.B. bei Fieber oder
       starkem Blutverlust)
  • -  kann sich zeigen in: leichten Kopfschmerzen, einem trockenen
       Mund, Durst, trockener und rissiger Haut, trockener Kehle,
       dunklem Urin, Verstopfung

  • Kälte (han)
  • -  verlangsamt alle Lebensvorgänge
  • -  Kälte führt zu Blockaden und ist eine häufige Ursache von
       Schmerzen

  • Äußere Kälte:
  • -  kann sich zeigen in: Kälteempfindlichkeit, starken andauernden
       Gelenkschmerzen, klarem Nasensekret, klarem Schleim, auch
       dünnem wässrigen Durchfall usw.

  • Innerer Kälte:
  • -  kann sich zeigen in: stumpfe, große Schmerzen, kalte
       Gliedmaßen, große Mengen an hellem Urin, Lust auf warme
       Getränke, kein Durstgefühl, Appetitlosigkeit usw.



  • Emotionale Faktoren:

  • Emotionale Faktoren gehören normalerweise zum Leben dazu. Wenn sie allerdings im Übermaß oder im Mangel sind, beeinträchtigen sie auf Dauer unsere Gesundheit. Sie entstehen immer im Inneren und können unsere Organe angreifen, vor allem auch unsere Psyche. Man kennt das oft aus eigenen Erfahrungen z.B. bei übertriebener Prüfungsangst, denn sie kann mit Übelkeit, sehr großer Aufregung bis hin zum „Blackout“ einhergehen. Emotionen können nicht nur Krankheiten hervorrufen, sondern auch bestehende Krankheiten verschlimmern.

  • Die Emotion der Leber - Zorn / Wut (Nu)
  • -  Verursachung von Blockaden, die sich oft im oberen
       Körperbereich (Kopf / Halsbereich) manifestieren - können u.a.
       zu Migräne, Nackenverspannungen führen
  • -  Symptome können sich u.a. auch in Wutausbrüche, Gereiztheit,
       Frustration, schnell „genervt sein“ zeigen

  • Die Emotion des Herzens - Freude (Xi)
  • -  Mangel an Freude – Formen von Depression
  • -  Übermaß an Freude – exzessive Übererregung
  • -  Gedächtnis und Konzentration können in Mitleidenschaft gezogen
       werden
  • -  zeigt sich auch in übermäßiger Schreckhaftigkeit

  • Emotionen der Milz - Grübeln (Si)
  • -  hierzu zählt übermäßiges Nachdenken, oft immer wieder um das
       gleiche Thema, obsessive oder besessene Gedanken – u.a. sind
       hier auch die Esssucht oder die Magersucht zu finden
  • -  Symptome sind u.a. Müdigkeit, Trübsinn, auch das
       Lerngedächtnis kann in Mitleidenschaft gezogen werden,
       Informationen können nicht richtig aufgenommen und verarbeitet
       werden

  • Die Emotion der Lunge - Traurigkeit (Bei) / Sorge (You)
  • -  wenn Trauer (Verlust und Loslassen) und Sorgen nicht
       verarbeitet werden können und über längere Zeit anhalten,
       können sie krankhaft werden
  • -  Symptome können sich u.a. in Weinerlichkeit, Depressionen,
       Kurzatmigkeit zeigen

  • Die Emotion der Niere - Angst (Kong) / Schock (Jing)
  • -  ein Übermaß an Angst kann sich u.a. in Versagensängsten,
       Zukunftsängsten, Phobien (Furcht vor einem Objekt oder einer
       Situation), Existenzängsten, Prüfungsängste, Panik zeigen
  • -  Schockzustände sind plötzlich eintretende Situationen, die u.a.
       zu Psychosen, Schlafstörungen, Schweißausbrüchen,
       Lähmungserscheinungen führen können



  • Neutrale Fakroren:

  • Sie nehmen eine Sonderstellung ein, sie sind weder von klimatischen noch von emotionalen Faktoren beeinflusst.

  • Hierzu zählen:
  • -  ungesunde Ernährung
  • -  Überanstrengung
  • -  Unfälle/ Verletzungen
  • -  Parasiten
  • -  sexuelle Exzesse
  • -  Konstitution
  • -  Epidemien
  • -  falsche Behandlung

Was versteht man unter Wandlungsphasen?

Die 5 Wandlungsphasen
In den 5 Wandlungsphasen werden rhythmische Abläufe definiert, die sich gegenseitig beeinflussen. Sie repräsentieren Naturerscheinungen/Lebensabläufe und stellen die Beziehungen zwischen Himmel, Erde, Mensch mit den 5 Elementen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser dar. Den 5 Elementen werden bestimmte Funktionskreise zugeordnet.

  • Die Wandlungsphase Holz repräsentiert:
  • -  den Frühling, die Geburt, dem Aufbruch und den Wind, ihr sind
       die Funktionskreise Leber und Gallenblase zugeordnet

  • Die Wandlungsphase Feuer repräsentiert:
  • -  den Sommer, das Wachstum, die Dynamik, das Aufsteigen und
       die Hitze, ihr sind die Funktionskreise Herz/Dünndarm,
       Perikard / 3-Erwärmer zugeordnet

  • Die Wandlungsphase Erde repräsentiert:
  • -  den Spätsommer, die Frucht, die Umwandlung, die Veränderung
       und die Feuchtigkeit, ihr sind die Funktionskreise Milz/ Magen
       zugeordnet

  • Die Wandlungsphase Metall repräsentiert:
  • -  den Herbst, die Ernte, die Reife, das Absteigen und die
       Trockenheit, ihr sind die Funktionskreise Lunge/ Dickdarm
       zugeordnet

  • Die Wandlungsphase Niere repräsentiert:
  • -  den Winter, die Samen, den Rückzug und die Kälte, ihr sind die
        Funktionskreise Niere/Blase zugeordnet

  • Durch die Übertragung der fünf Wandlungsphasen (Naturerscheinungen, Lebensvorgänge) auf den Menschen, können wertvolle diagnostische Hinweise abgeleitet werden. Durch diese ist der Therapeut in der Lage, einen ganzheitlichen Behandlungsansatz zu erstellen.

  • Die 5 Wandlungsphasen
Was versteht man unter Funktionskreise und was beinhalten diese?

Ähnlich der westlichen Medizin werden in der chinesischen Medizin Organbegriffe verwendet. Sie werden hier aber nicht als ein rein anatomisches Gebilde gesehen, sondern definieren körperliche Funktionsabläufe, d.h., jedem Organ sind bestimmte Muster wie Emotionen, Farben, Gerüche, Gewebe, Sinnesorgane usw. zugeordnet. Zum Verständnis innerer Erkrankungen sind die Funktionskreise mit ihren zugeordneten Mustern für die physiologischen und pathologischen Körperprozesse richtungsweisend.

Die einzelnen Funktionskreise im kurzen Überblick:

  • Funktionskreis der Leber
  • -  wird durch die Motorik charakterisiert
  • -  speichert und reguliert das Blut
  • -  stellt den harmonischen Fluss von Qi und Blut sicher
  • -  befeuchtet die Sehnen (Leberblutmangel: z.B. Krämpfe, Kribbeln,
       Bewegungseinschränkungen, Taubheitsgefühl; Leberblutstase:
       Versteifung, Verhärtung, Schmerzen)
  • -  öffnet sich in den Augen, befeuchtet sie (bei Störungen
       z.B. trockene Augen, verschwommene Sicht)
  • -  manifestiert sich in den Nägeln
  • -  reguliert die Menstruation
  • -  beeinflusst die Verdauung
  • -  wechselseitige Beeinflussung von Leber und Blut
  • -  Planung, Initiative, Mut, Fantasie, Durchsetzungsvermögen
  • -  Emotion: Wut, Zorn, Reizbarkeit, Frustration

  • Funktionskreis der Gallenblase
  • -  enge Beziehung zum Leberfunktionskreis
  • -  großer Einfluss auf die Mitte
  • -  gibt Impulse zur Überwindung von Angst
  • -  Speicherung und Ausscheidung von Galle - Unterstützung
       der Verdauung
  • -  hält Bahnen des Qi durchgängig
  • -  nährt die Sehnen (der Leberfunktionskreis befeuchtet sie)
  • -  sorgt für Schlafqualität
  • -  kontrolliert die Urteilsfähigkeit und befähigt zu Entscheidungen
  • -  Schwäche: Unentschlossenheit, lässt sich leicht entmutigen

  • Funktionskreis des Herzens
  • -  beherbergt den Geist (z.B. Durchschlafstörungen oder
       vermehrtes Träumen)
  • -  verantwortlich für das Langzeitgedächtnis
  • -  kontrolliert die Blutzirkulation
  • -  beherrscht das Blut und kontrolliert die Blutgefäße und
       manifestiert sich daher im Aussehen, zeigt sich im Gesicht
       (z.B. bei Bluthochdruck)
  • -  öffnet sich zur Zunge, beeinflusst somit die Sprache, d.h. bei
       Störungen kann es zu Stottern oder Aphasie (Stimmlosigkeit)
       führen
  • -  kontrolliert den Schweiß (exzessives Schwitzen steht für das Herz,
       besonders bei emotionaler Anspannung)
  • -  Emotion: Beziehung zur Freude

  • Funktionskreis des Dünndarms
  • -  enge Beziehung zum Funktionskreis des Herzens
  • -  kontrolliert das Empfangen und Umwandeln
       (Weiterleitung des Nahrungsbreis)
  • -  trennt die Flüssigkeiten
  • -  Reinigungsinstanz (trennt Klares vom Trüben – empfangen
       und umwandeln)
  • -  versorgt Herz, Niere und Blase mit dem Reinen
  • -  Beziehung zum Herzen, hauptsächlich auf einer psychischen
       Ebene
  • -  steht für unsere Urteilsfähigkeit, hilft Wichtiges von Unwichtigem
       zu unterscheiden

  • Funktionskreis des Perikards
  • -  eng mit dem Herzen verbunden, Herzbeschützer
  • -  gilt als „Öffner des Herzens“ und nährt des Herz (bei Schwäche –
       verschlossenes Herz: Bitterkeit und innere Leere)
  • -  bringt Lust und Freude nach außen
  • -  ist für den Aufbau zwischenmenschlicher Beziehungen
       verantwortlich
  • -  emotionale Interaktion zwischen Mensch und seiner Umwelt
  • -  verantwortlich für den Blutkreislauf und sexuelle Sekretionen
       (Hormone, Sexualenergie)
  • -  kontrolliert Vitalität und Ernährung des Blutes
  • -  Perikard und San Jiao = Harmonie / Wärme / innere Verbindung

  • Funktionskreis des San Jiao (Dreifacher Erwärmer)
  • -  ist ein Funktionskreis mit Namen, aber ohne Gestalt und Form
  • -  Unterteilung in oberen, mittleren und unteren Jiao
  • -  der San Jiao bezieht sich auf die drei Ursprünge Himmel, Erde,
       Wasser
  • -  wichtige Funktion des Offenhaltens des Qi-Flusses
  • -  kontrolliert die Wasserwege (enge Beziehung zu den Nieren)
  • -  Regulation des energetischen Austausches mit der Außenwelt
  • -  Koordination und Vernetzung der Wärmeenergie
  • -  Fähigkeit zum Umgang mit unseren Mitmenschen, Kontakt
       aufzunehmen und zu kommunizieren

  • Funktionskreis der Milz
  • -  Zustand der Milz bestimmt die körperliche Energie eines
       Menschen
  • -  ist verantwortlich für Verdauung und Stoffwechsel (Umwandlung
       und Transport) - Grundlage für die Produktion von Qi und Blut
  • -  kontrolliert das Blut (hält es in den Gefäßen) und ist an der
       Blutbildung beteiligt
  • -  kontrolliert das aufsteigende Qi (hält die Organe an ihrem Platz)
  • -  ist Herrscherin über die Flüssigkeiten
  • -  nährt die Muskeln
  • -  öffnet sich im Mund - die damit verbundene Körperflüssigkeit ist
       der Speichel
  • -  zuständig für den Geschmackssinn
  • -  manifestiert sich auf den Lippen
  • -  beeinflusst das Denkvermögen, die Konzentration, das Lernen
       (Lerngedächtnis), die Merkfähigkeit
  • -  bestimmt die erworbene Konstitution
  • -  Festigkeit und Elastizität des Gewebes
  • -  Emotion: Denken (übermäßiges Denken/Grübeln verletzt die Milz)

  • Funktionskreis des Magens
  • -  steht in enger Beziehung zum Milzfunktionskreis
  • -  übernimmt die ersten Funktionen des Verdauungsprozesses
  • -  Aufnahme und Aufspaltung der Nahrung (Vorbereitung der
       Nahrung zur Übergabe an die Milz)
  • -  unterstützt in hohem Maße die Milz (Milz und Magen sind die
       „Quelle der Gesundheit“, d.h. gesunde Ernährung stärkt den
       gesamten Organismus)
  • -  ist verantwortlich für die Versorgung des Körpers und somit der
       anderen Funktionskreise
  • -  der Magen ist Ursprung der Säfte (bei Säftemangel: z.B.
       Verdauungsstörungen, aufgetriebener Bauch)
  • -  der Magen bewegt das Qi nach unten (beim Aufsteigen: Übelkeit,
       Erbrechen, Aufstoßen)

  • Funktionskreis der Lunge
  • -  regiert das Qi und verteilt es im gesamten Körper – Ernährung
       der Gewebe
  • -  Förderung der Lebensabläufe
  • -  steuert die Atmung
  • -  senkt das Qi ab zur Niere, Blase und Dickdarm, wenn z.B. Niere zu
       schwach, um Qi „festzuhalten“ entsteht Asthma
  • -  stellt die Verbindung zur Außenwelt her – daher können äußere
       pathogene Faktoren hier leichter eindringen
  • -  kontrolliert die Meridiane und Blutgefäße (Qi und Blut fließen in
       diesen)
  • -  kontrolliert und reguliert die Verteilung der Körperflüssigkeiten
       und senkt sie ab (Befeuchtung der Haut und Regulation des
       Schwitzens durch Öffnen und Schließen der Poren, sowie
       Absenken der Flüssigkeiten zu Niere und Blase = Ausscheidung
       des Urins)
  • -  wärmt und schützt den Körper
  • -  Haut und Körperhaar werden befeuchtet
  • -  öffnet sich zur Nase (Geruchssinn, kontrolliert das Nasensekret)
  • -  kontrolliert die Wasserwege (bei Schwäche: trüber Urin, Ödeme)
  • -  Emotion: Trauer, Weinen, Kummer

  • Funktionen des Dickdarms
  • -  steht in enger Beziehung zum Lungenfunktionskreis
  • -  Aufnahme von Abfallstoffen aus dem Dünndarm
  • -  Resorption von Flüssigkeiten
  • -  Ausscheidung über den Stuhl

  • Funktionskreis der Niere
  • -  zuständig für Fortpflanzung, Geburt, Wachstum, Entwicklung
  • -  treibende Kraft für alle physiologischen Prozesse
  • -  angeborene Konstitution
  • -  verantwortlich für das Kurzzeitgedächtnis
  • -  öffnet sich in den Ohren (Hörsinn, bei Schwäche z.B.: Tinnitus,
       Hörverlust)
  • -  beherrscht die Knochen, Knochenmark, Zähne
  • -  kontrolliert die Wasserwege – kontrolliert die Harnentleerung
  • -  kontrolliert die zwei unteren Körperöffnungen (den
       Harnleiter/Samenleiter und den Anus)
  • -  spiegelt sich in den Haaren (Nierenschwäche z.B.:
       trockenes Haar, Haarausfall)
  • -  Kontrolle des Trennungsvorgangs
  • -  Willenskraft, Motivation
  • -  Emotion: Angst

  • Funktionskreis der Blase
  • -  steht in enger Beziehung zum Nierenfunktionskreis
  • -  Wandlung, Speicherung und Ausscheidung von
       Körperflüssigkeiten
  • -  im übertragenen Sinne, auch für das „Loslassen“ (z.B. alter
       Glaubenssätze) zuständig