Chinesische Pulsdiagnose

Zunge auf schwarzem Grund

Die Pulsdiagnose gehört, neben der Zungendiagnose, zu den wichtigsten Diagnosewerkzeugen in der chinesischen Medizin. Der Puls beschreibt in der Schulmedizin die Herzfrequenz bzw. die Auswirkungen von Herzaktionen. In der chinesischen Medizin hat er eine völlig andere Bedeutung.

An jedem Handgelenk (radial – auf der Seite des Daumens gelegen) befinden sich drei Abschnitte (vorderer, mittlerer, hinterer), welche sich in unterschiedliche Ebenen unterteilen. (oberflächliches Niveau - leichter Druck, mittleres Niveau - etwas tieferer Druck, tiefes Niveau – Druck geht in die Tiefe).

Anhand des Pulses kann festgestellt werden, ob krankmachende Faktoren im Körper vorhanden sind und in welchem Organ bzw. Organen sie sich manifestieren. Der Puls gibt weiterhin Aufschluss über die Gesamtkonstitution eines Menschen und den Verlauf der Behandlung.

Unter dem linkem Handgelenk (daumenwärts)
   obere Pulstaststelle: - Herz / Dünndarm
   mittlere Taststelle:   - Leber / Gallenblase
   untere Taststelle:     - Niere / Blase

Unter dem rechten Handgelenk (daumenwärts)
   obere Pulstaststelle: - Lunge / Dickdarm
   mittlere Taststelle:   - Milz / Magen
   untere Taststelle:     - Perikard / San Jiao (3-fach-Erwärmer)

Der normale Puls
   - hat einen konstanten und regelmäßigen Rhythmus
     (mit ca. 60-70 Schlägen/min.)
   - hat eine elastische und komprimierbare Qualität
   - hat eine geschmeidige, kontinuierliche Form ohne Turbulenzen
   - ist entspannt und gemächlich
   - hat Kraft in der Organebene und Präsenz von unten

Grundlegende Zuordnung der Pulse
Lokalisation des Pulses
   - oberflächig
   - mittig
   - tief

Frequenz des Pulses
   - schnell
   - langsam

Rhythmus des Pulses
   - regelmäßig
   - unregelmäßig

Kraft des Pulses
   - Fülle
   - Leere

Konsistenz des Pulses
   - weich
   - hart

Qualität des Pulses
   - gleitend
   - gespannt

Hinweis
Die chinesische Pulsdiagnostik ist eine alte klassische chinesische Hinweisdiagnostik und Teil des Behandlungskonzepts. Sie unterstützt den umfassend ausgebildeten Therapeuten bei der chinesischen Diagnosestellung und des sich daraus ergebenden ganzheitlichen Therapieansatzes. Sie kann aber auch einer weiteren schulmedizinischen Abklärung bedürfen.