Gua Sha

Gua-Sha Schaber

Es ist eine alte Volksmedizin Chinas, zählt zu den Ausleitungsverfahren und ist ein Teilgebiet der chinesischen Medizin. Diese besondere Schabetechnik wird, nach alten chinesischen Vorstellungen, vor allem bei einfachen Erkältungen und Schmerzen im Bewegungsapparat angewendet. Sie findet meist am Rücken Anwendung, aber auch an Armen, Beinen, Schulter, Hals, Bauch, selten auch im Gesicht. „Gua“ bedeutet „Reiben“, das Schriftzeichen „Sha“ setzt sich aus „Krankheit“ und „Sand“ zusammen. Hautausschläge sind Zeichen des „Sha“, das sich aus der Tiefe an der Hautoberfläche zeigt und ist Kriterium dafür, dass die pathogenen Faktoren ausgeleitet werden.

Mit einem speziellen Schaber, meist einem Hornkamm, werden mit kurzen überlappenden Strichen großflächig Partien behandelt. Je nachdem wo Gua Sha Anwendung findet, wird mit mehr oder weniger starkem Druck gearbeitet. An den behandelten Stellen entstehen teilweise großflächige Hämatome (Blutergüsse), die gewollt sind. Diese Areale zeigen Disharmonien und Blockaden im Körper auf und klingen, je nach Schwere, in 2 – 7 Tagen wieder vollständig ab. Es zählt nicht zu den körperöffnenden Verfahren, d.h. es entstehen keine offenen Wunden an der Hautoberfläche. Durch Gua Sha entsteht eine vermehrte Durchblutung und Entspannung der darunterliegenden Gewebsregionen. Die Sauerstoffversorgung im Gewebe wird verstärkt und verbessert, ebenfalls nimmt die Beweglichkeit durch die gelösten Verspannungen wieder zu.

Behandlungsablauf
   - Anamnese (Befragung)
   - bei starker Körperbehaarung wird diese mit einem
     Einmalrasierer vor der Behandlung entfernt
   - ein spezielles Öl (meist Johanniskrautöl)
     wird auf das zu behandelnde Körperareal aufgetragen
   - mit einem entsprechenden Gua Sha-Schaber wird mit kurzen
     Strichen über die Hautoberfläche gerieben (ca. 5 - 10x)
   - die Intensität der Gewebereaktion bestimmt die Behandlungsdauer
   - das eigentliche Schaben dauert über wenige Minuten bis zu 20
   - die Gesamtdauer der Behandlung beträgt ca. 30 Minuten
   - es wird 1x wöchentlich behandelt

Nach der Behandlung bitte folgendes beachten:
Die behandelten Stellen sollten warm gehalten werden, da die Poren durch diese Methode geöffnet werden und die Haut anfälliger für Wind und Kälte wird.

Um die Entgiftungsleistung des Organismus zu unterstützen, sollte reichlich Flüssigkeit, in Form von Wasser oder Tee, zu sich genommen werden.

Es erfolgt in vielen Fällen eine optische Beeinträchtigung durch die Bildung von Blutergüssen (dies sollte beispielsweise vor allem im Sommer beim Tragen von leichter Bekleidung beachtet werden).

Die evtl. entstandenen Blutergüsse (Hämatome) können sich bis zu 7 Tagen halten.

Schwere körperliche Arbeit, Stress und Alkohol sollten an diesem Tag vermieden werden.

Indikationsbeispiele
   - Verspannungen im Nacken- Schulterbereich
   - Erkältungen
   - akute Lumbago (Hexenschuss), Ischialgie (Schmerzen im Gesäß mit
     Ausstrahlung ins Bein, entlang des Nervus ischiadicus)
   - Kopfschmerzen, Migräne

Kontraindikation
   - nicht in der Schwangerschaft geeignet
   - bei ausgeprägter Akne
   - bei Autoimmunerkrankungen im akuten Schub
   - bei frischen Verletzungen, Abschürfungen, Sonnenbrände,
     Hautausschläge, Wunden
   - herausstehende Leberflecke
   - stark geschwächte Patienten
   - in Abwägung der Nutzen / Risiko-Abwägung bei
     Patienten mit Blutungsneigung
   - siehe auch trockenes Schröpfen

Nebenwirkungen
Nebenwirkungen sind unter Berücksichtigung der therapeutischen Prinzipien und der Kontraindikationen bei der Gua Sha-Anwendung nicht zu befürchten.

Hinweis
Die wissenschaftliche Wirksamkeit von Gua Sha ist bislang nicht nachgewiesen. Es liegen keine aussagekräftigen wissenschaftlichen Studien vor. Gua Sha kann aber eine sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin darstellen.