Trockenes Schröpfen

Akupunkturnadeln auf Baumstamm

Schröpfen gehört zu den traditionellen Ausleitungsverfahren (Entgiftung der Körpersäfte) und ist ein Teilgebiet der chinesischen Medizin. Es gibt das blutige Schröpfern, das trockene (unblutige) Schröpfen und die Schröpfkopfmassage. In meiner Praxis verwende ich ausschließlich das trockene Schröpfen und die Schröpfkopfmassage.

Beim Schröpfen werden die sogenannten Schröpfgläser an bestimmten Reflexzonen des Rückens, des Bauches oder der Oberschenkel aufgesetzt. Diese Reflexzonen stehen in direkter Verbindung zu bestimmten Organen und Organsystemen und wirken somit auf den gesamten Organismus.

Die Schröpfköpfe haben eine Gummi-Saugvorrichtung. Durch mehrmalige Betätigung der Gummi-Saugvorrichtung entsteht ein Unterduck (Vakuum) im Schröpfglas, welcher einen Sog an der gewünschten Reflexzone erzeugt und die Haut in das Glas saugt. Während der Behandlung entstehen gewollte Blutergüsse (Hämatome), die leicht, teilweise aber auch kräftig auftreten können. Es sollte unbedingt beachtet werden, dass die Hämatome hartnäckig sein können und evtl. bis zu einigen Tagen bestehen bleiben.

Die Stärke des Schröpfens ist abhängig von der Größe des Schröpfglases (je kleiner das Schröpfglas, umso größer die Saugkraft) und der Zeit, die ein Schröpfglas auf dem Körper verbleibt (je länger die Zeit, umso stärker der Reiz).

Behandlungsablauf
   - Anamnese (Befragung)
   - bei starker Körperbehaarung wird diese mit einem Einmalrasierer
     vor der Behandlung entfernt
   - Abtasten des Rückens nach schmerzhaften bzw. verhärteten Stellen
   - wenn die zu behandelnden Stellen ertastet worden sind, werden
     die Schröpfgläser aufgesetzt
   - die Intensität der Gewebereaktion bestimmt die Wirkzeit
   - das eigentliche Schröpfen dauert über wenige Minuten bis
     zu 20 Minuten
   - die Gesamtdauer der Behandlung beträgt ca. 30 Minuten
   - es wird wöchentlich ein- bis zweimal geschröpft

Nach der Behandlung bitte folgendes beachten:
Die behandelten Stellen sollten warm gehalten werden, da die Poren durch diese Methode geöffnet werden und die Haut anfälliger für Wind und Kälte wird.

Um die Entgiftungsleistung des Organismus zu unterstützen, sollte reichlich Flüssigkeit, in Form von Wasser oder Tee, zu sich genommen werden.

Es erfolgt in vielen Fällen eine optische Beeinträchtigung durch die Bildung von Blutergüssen (dies sollte beispielsweise vor allem im Sommer beim Tragen von leichter Bekleidung beachtet werden).

Die evtl. entstandenen Blutergüsse (Hämatome) können sich bis zu 7 Tagen halten.

Schwere körperliche Arbeit und Stress sollte an dem Tag vermieden werden.

Indikationsbeispiele
   - Muskelverspannungen
   - Rückenschmerzen
   - Weichteilrheumatismus (Fibromyalgie)
   - Erkrankungen der Atemwege (z.B. Bronchitis)
   - depressive Verstimmungen
   - Neuralgien (Nervenschmerzen)
   - Kopfschmerzen
   - Hexenschuss (Lumbago)
   - chronische Müdigkeit

Kontraindikationen
   - Schwangerschaft
nicht direkt auf:
   - Krampfadern (Varizen) und Venenentzündungen
   - offene Verletzungen / Wunden
   - entzündliche Hautareale
   - Muttermale und Warzen
   - Sonnenbrand
   - akute lokale Entzündung
   - Beeinträchtigung der Hautsensibilität (Hautempfindlichkeit)
   - Hauttumoren
   - siehe auch Schröpfkopfmassage und Gua Sha

Nebenwirkungen
Nebenwirkungen sind unter Berücksichtigung der therapeutischen Prinzipien und der Kontraindikationen beim Schröpfen mit Saugball nicht zu befürchten.

Hinweis
Die wissenschaftliche Wirksamkeit des Schröpfens ist bislang nicht nachgewiesen. Es liegen keine aussagekräftigen wissenschaftlichen Studien vor. Das Schröpfen kann aber eine sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin darstellen.

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